Inhaltsverzeichnis
Grundregeln der Ersten Hilfe am Tier
- Eigenschutz beachten: Schmerzpatienten reagieren reflexartig mit Beißen oder Kratzen.
- Ruhe ausstrahlen: Tiere spüren die Panik ihrer Halter; eine ruhige Stimme senkt Herzfrequenz und Stresslevel des Tieres.
- Wärmeerhalt sichern: Im Schockzustand kühlen Tiere rasch aus – hüllen Sie das Tier in eine Decke.
Starke Blutungen stillen (Druckverband)
- Drücken Sie eine sterile Wundauflage oder ein sauberes Tuch direkt auf die blutende Wunde.
- Legen Sie einen Druckverband an: Ein unbenutztes Mullbindenpäckchen auf die Wundauflage legen und mit einer Binde straff fixieren.
- Achtung: Gliedmaßen niemals komplett abschnüren!
Hitzschlag (Überhitzung)
Besonders im Sommer im Auto oder nach körperlicher Anstrengung lebensgefährlich:
- Symptome: Exzessives Hecheln, taumelnder Gang, dunkle Zunge, Erbrechen, Bewusstlosigkeit.
- Sofortmaßnahme: Sofort in den Schatten bringen.
- Richtiges Kühlen: Niemals eiskaltes Wasser über das Tier schütten (Gefahr eines Gefäßkollapses!).
- Feuchten Sie Pfoten und Beine mit zimmertemperiertem oder lauwarmem Wasser an und arbeiten Sie sich langsam zum Bauch vor. Bieten Sie schluckweise Wasser an.
Vergiftungen
- Bringen Sie das Tier niemals eigenmächtig zum Erbrechen (ätzende Substanzen verätzen beim Rückfluss Speiseröhre und Rachen erneut!).
- Verabreichen Sie keine Milch oder Hausmittel.
- Sichern Sie Erbrochenes, Giftreste oder Verpackungen für die Diagnostik in der Praxis.
Wiederbelebung (Reanimation)
Falls keine Atmung und kein Herzschlag mehr feststellbar sind:
- Atemwege freimachen: Maul öffnen, Zunge vorsichtig vorziehen, Schleim und Fremdkörper entfernen.
- Herzdruckmassage:
- Tier in rechte Seitenlage bringen.
- Hände über dem Brustkorb (hinter dem Ellenbogengelenk) platzieren.
- Takt: 100 bis 120 Kompressionen pro Minute (wie beim Menschen im Takt von „Stayin' Alive“).
- Nach je 30 Druckmassagen 2 kurze Beatmungen über die Hundenase (Schnauze dabei zuhalten).
- Sofort auf dem Weg in die Notdienstpraxis fortführen!