Erste Hilfe für Hund, Katze & Heimtier

Lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen vor der Ankunft in der Praxis: Blutstillung, Hitzschlag, Vergiftung und Wiederbelebung.

2 Min. Lesezeit
Zuletzt aktualisiert: 2026-10-01

Grundregeln der Ersten Hilfe am Tier

  1. Eigenschutz beachten: Schmerzpatienten reagieren reflexartig mit Beißen oder Kratzen.
  2. Ruhe ausstrahlen: Tiere spüren die Panik ihrer Halter; eine ruhige Stimme senkt Herzfrequenz und Stresslevel des Tieres.
  3. Wärmeerhalt sichern: Im Schockzustand kühlen Tiere rasch aus – hüllen Sie das Tier in eine Decke.

Starke Blutungen stillen (Druckverband)

  • Drücken Sie eine sterile Wundauflage oder ein sauberes Tuch direkt auf die blutende Wunde.
  • Legen Sie einen Druckverband an: Ein unbenutztes Mullbindenpäckchen auf die Wundauflage legen und mit einer Binde straff fixieren.
  • Achtung: Gliedmaßen niemals komplett abschnüren!

Hitzschlag (Überhitzung)

Besonders im Sommer im Auto oder nach körperlicher Anstrengung lebensgefährlich:

  • Symptome: Exzessives Hecheln, taumelnder Gang, dunkle Zunge, Erbrechen, Bewusstlosigkeit.
  • Sofortmaßnahme: Sofort in den Schatten bringen.
  • Richtiges Kühlen: Niemals eiskaltes Wasser über das Tier schütten (Gefahr eines Gefäßkollapses!).
  • Feuchten Sie Pfoten und Beine mit zimmertemperiertem oder lauwarmem Wasser an und arbeiten Sie sich langsam zum Bauch vor. Bieten Sie schluckweise Wasser an.

Vergiftungen

  • Bringen Sie das Tier niemals eigenmächtig zum Erbrechen (ätzende Substanzen verätzen beim Rückfluss Speiseröhre und Rachen erneut!).
  • Verabreichen Sie keine Milch oder Hausmittel.
  • Sichern Sie Erbrochenes, Giftreste oder Verpackungen für die Diagnostik in der Praxis.

Wiederbelebung (Reanimation)

Falls keine Atmung und kein Herzschlag mehr feststellbar sind:

  1. Atemwege freimachen: Maul öffnen, Zunge vorsichtig vorziehen, Schleim und Fremdkörper entfernen.
  2. Herzdruckmassage:
    • Tier in rechte Seitenlage bringen.
    • Hände über dem Brustkorb (hinter dem Ellenbogengelenk) platzieren.
    • Takt: 100 bis 120 Kompressionen pro Minute (wie beim Menschen im Takt von „Stayin' Alive“).
    • Nach je 30 Druckmassagen 2 kurze Beatmungen über die Hundenase (Schnauze dabei zuhalten).
    • Sofort auf dem Weg in die Notdienstpraxis fortführen!
Notdienst:

Tierarztpraxis Dr. Radu

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